Hey Guys!
Total krass das ich schon seit 4 Monaten hier bin. Auf der einen Seite kommt es mir kürzer vor, so als wenn ich erst vor 3-4 Wochen mein Zuhause in Deutschland verlassen habe, aber auf der anderen Seite fühle ich mich hier so wohl, als wenn ich schon seit Jahren hier wäre. Ich liebe es hier. Jede Woche merke ich mehr wie sehr die Steins einfach meine (zweite)Familie sind und ich kann nicht verstehen, dass ich gerade mal seit 4 Monaten zur Stein Family dazu gehöre. Das Landleben ist echt wahnsinnig easy und genial zugleich. In vielerlei Hinsicht. Du stehst morgens auf, suchst dir bequeme Anziehsachen raus, versuchst einen 9 Jährigen aufzuwecken (Nathan ist echt noch griesgrämiger als ich, wenn ich aufgeweckt werde!!), versuchst den blöden, unbequemen, gelben Schulbus zu bekommen der glücklicherweise direkt vor der Haustür hält, vertreibst dann die nervigen Junior Higher aus den High School sitzen ganz hinten im Bus, setzt sich dann ans Fenster, hörst im Schulbus meistens deutsche Musik, (damit ich wenigstens in der Hinsicht noch an Deutschland erinnert werde), versuchst die Nervensäge im Bus hinter mir zu ignorieren und versuchst eventuell noch mal kurz im Bus zu schlafen, da man ja im Schulbus keine Haltestelle verpassen kann. Nachdem man in der Schule angekommen ist, begrüßt man seine Freunde, die auch alle in Jogginghose und relaxe-Pulli gekleidet sind und geht zum kostenlosen Schulfrühstück. Der Unterricht beginnt um 8.27 Uhr und so hat man immer 27 Minuten Zeit seiner Schulbücher aus dem Schließfach zu holen, zu Frühstücken und eventuell noch schnell Hausaufgaben zu machen. In meiner ersten Stunde Psychology habe ich dann meinen Lieblingslehrer, den ich insgesamt dreimal am Tag habe. Man hat ja im amerikanischen Schulsystem jeden Tag dieselben Fächer. Da wir in Psychology meistens Filme über Schizophrenie oder andere interessante Sachen gucken, habe ich also in der ersten Stunde auch nochmal die Chance richtig wach zu werden. Dann habe ich Intervention Time, wo man die ersten 10 Minuten die News über das neuste aus Amerika sieht und dann versucht alle Hausaufgaben zu machen, die man am Tag davor nicht geschafft hat. Dann habe ich English, was mir mittlerweile so einfach fällt, wie in der deutschen Schule deutsch für mich war. Anschließend habe ich Algebra. Das ist eine Art von Mathe und ist einfach nur bescheuert. Ich bekomme es immer noch grade so hin ein B- in diesem Fach zu bekommen, weil in amerikanischen Schulen die Hausaufgaben gottseidank so viel zählen. Das heißt wenn ich größtenteils in Hsfg ein A bekomme und dafür im Test ein D schreibe habe ich trotzdem noch die Chance ein C oder B zu bekommen. Also easy haha! Dann habe ich Health. Eines der langweiligsten Fächer überhaupt. Ich nutze die Stunde immer nochmal für einen Mittagsschlaf oder um mein Buch zu lesen. Der Lehrer mag mich und solange ich kein E bei ihm bekomme ist es ihm glaub ich egal was ich mache. Dann habe ich Chemistry und ich bin immer noch überrascht wie es mein Lieblingslehrer geschafft hat mir da irgendwas beizubringen. Ich dachte immer ich sei zu doof für diese schrecklichen Formeln und Zeichnungen, aber er hat es echt geschafft mir alles beizubringen und ich stehe momentan auf einem B+ bei ihm. Bin ziemlich stolz auf mich, haha! Und dann habe ich als letztes mein Lieblingsfach Journalism. Das findet in einem der vielen PC Räumen statt und wir benutzen ein richtiges Newspaper Programm für unsere Schülerzeitung und unser Jahrbuch. Alles so professionell! Mein Journalismus Lehrer mag mich total gerne und auch wenn ich als deutsche immer noch Probleme mit der Grammatik habe, findet er alles was ich mache toll! Ich bin mir immernoch nicht sicher, ob ich wirklich was mit Schreiben im Beruf machen möchte, aber ich habe noch nie soviel über meine Zukunft nachgedacht wie hier in Amerika.
Ich bin ein Senior, also in der 12. High School Klasse, und die anderen aus meinem Jahrgang müssen sich jetzt alle für ein College anmelden und sich totale Gedanken machen. In Amerika ist es üblich nach der High School sich ein College zu suchen und somit schon mit 17 von zuhause quasi auszuziehen. Das ist hier sowasvon anders als in Deutschland. Da machen sich die meisten Abiturienten doch erst in der 10/11. Über ihre Zukunft Gedanken und ich weiß jetzt immernoch nicht was ich jetzt genau machen möchte und bin so froh, dass ich noch zwei Jahre mehr in Deutschland Schule habe. Ist das nicht komisch, dass ich hier mein „amerikanisches Abitur“ mache, was sie hier Graduation nennen und dann nochmal 2 Jahre zur Schule gehe um mein richtiges Abi zu machen? Meine Gasteltern sind auf jeden Fall der Meinung, dass es keinen Sinn macht und ich ja einfach nach der Graduation bei ihnen bleiben kann und zur Michigan-University gehen könnte. :D ´Aber das geht nicht, weil ich dieses Jahr nicht wirklich viel lerne, habe ich das Gefühl und ich dann doch ganz gerne nach zehn Monate euch wieder sehen möchte. Also (keine) Sorge, ich komme wieder! :P
Ich bin jetzt übrigens im Basketball Team und fühle mich jetzt total fame! Ich bin nicht wirklich gut und lerne jeden Tag was neues und meine Treffquote wird auch jeden Tag besser, aber da ich im Varsity Team bin, was bedeutet dass da die 12. Klässler und die besten aus den unteren Jahrgängen spielen, bin ich mit Abstand die schlechteste. Aber meine Trainerin liebt mich, hat sie am Telefon Erica erzählt, und so hab ich die Ehre mit den Besten Spielerinnen von Gladwin zu Trainieren. Basketball ist im Winter DER amerikanische Sport. Die Football Season ist vorbei und alle sind auf einmal Basketball Fans. Das bedeutet das ganze Dorf kommt und sieht sich die Basketballspiele der Gladwinboys und Girls an. Jede Woche ist ein Zeitungsartikel von uns drinnen und im ersten Artikel letzte Woche wurden alle Spieler von uns mit Foto und Namen vorgestellt. Beim Spiel gestern wurde ich also von allen möglichen Dorfbewohnern begrüßt und auf mein exchange Year und wie ich denn in das fame Gladwin Team gekommen bin, da ja der Coach sonst nie Austauschüler ins Team lässt angesprochen, obwohl ich sie noch nie im Leben vorher gesehen hatte. Als ich dann für die letzten Minuten des Spieles im Einsatz kam und der Stadionsprecher (Ja, wir Basketballspieler haben unseren eigenen Sprecher der immer unsere Namen raus brüllt und den Spielstand ansagt, wie bei einem richtigen Profi Spiel) meinen Namen ausgerufen hat, wurde dann von allen Seiten „LENA“ oder „NUMBER 24“gebrüllt, da hier keiner meinen Nachnamen aussprechen, geschweige denn schreiben kann! (Hagemann ist hier so, wie ein asiatischer Name in Deutschland!) Aber es ist echt cool, besonders weil alle sich immer voll freuen wenn ich dann mal einen Versuch mache in den Korb zu treffen oder auch nur den Ball gut passe („Good Job Lena, you´re awesome!“) :D
Außerdem ist bei jedem Spiel unsere Band anwesend. Ich hätte nie gedacht wie cool so eine Schulband sein kann. Die Band spielt immer die besten neuesten Lieder und danced dabei so richtig ab (Natürlich immer nur, wenn wir den Ball haben oder einen Korb werfen). Auf unserem vorletzten Spiel hatten wir sogar PomPon Girls. Die kommen jetzt aber nicht mehr, weil wir Basketballgirls uns angeblich über sie lustig gemacht haben. (Okay das angeblich ist überflüssig. Wir machen uns immer über sie lustig! :D) PomPon Girls sind Cheerleader, aber du darfst sie nicht Cheerleader nennen, weil die Armen dir dann entweder böse Blicke zuwerfen und du dir dann einen Vortrag über den Unterschied zwischen Cheers und PomPons anhören musst, oder sie gleich auf Kommando anfangen zu heulen. Also wenn man Probleme vermeiden möchte, nenne sie PonPom Girls, was auch immer der Unterschied sein mag. Außer den PomPon Girls selber scheint nämlich keiner den Unterschied zu kennen, haha!
Die andere deutsche Austauschschülerin von Gladwin ist im PonPom Team und sie ist so furchtbar anders als ich. Sie schreit wegen jeder Kleinigkeit rum, bekommt Heulkrämpfe wenn sie in Journalism nichts hinbekommt, tut ein auf Hilflos damit ihr alle helfen müssen und versucht mit jeder Kleinigkeit alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Aber warum erkläre ich das denn noch? Ich hab ja schon geschrieben, dass sie ein PomPon Girl ist! :D
Naja auf jeden Fall haben wir uns nicht wirklich viel zu sagen und gehen uns so gut wie möglich aus dem Weg. Naja okay genug über PomPon Girls.
Bei uns ist es übrigens grade 13F° Grad draußen, das sind so etwa -11 Celsius. Es ist soo furchtbar kalt und als ich dann auf Schneefrei gehofft hatte, meinte Erica, dass es zu KALT FÜR SCHNEE sei??! Ich habe noch nie gehört, dass es zu kalt für Schnee sein kann. Für mich war Schnee immer das kälteste was dem Himmel passieren kann. Aber da musste ich echt ne Enttäuschung hinnehmen. Also kein Schneefrei und wir mussten uns jeden Tag zur Schule quälen, weil es teilweise nur 6F° waren und man echt das Gefühl hatte nach nur 2 Schritten zu erfrieren. Aber die anderen sehen das garnicht so kalt wie ich. Warscheinlich weil sie das verdammt, kalte Winter Wetter jedes Jahr von November bis März haben. Wie ich immer so schön sage: „Michigan is always cold!“ Dafür soll es aber im Sommer richtig warm werden. Michigan ist verrückt. Ich meine entweder Alaska Wetter oder Hawaii Wetter, aber beides in einem Staat? :D
Naja ich denke das war jetzt auch mal wieder genug von mir! Ich wollte euch nur mal wieder schreiben und euch sagen, dass ich hier ziemlich glücklich bin. Ich habe noch nie soviel neues in nur so wenigen Monaten gelernt. Ich weiß jetzt, dass ich das Landleben /Cowboyleben liebe, ich aber auch nichts dagegen habe nächstes Jahr wieder Straßenbahnen und das Stadtleben um mich zu haben. Ich hab gemerkt wie man sich in der einen Minute furchtbar klein und Hilflos in neuen Situationen fühlt, aber wie schnell man anscheinend Situationen meistern kann wenn man nur will. Ich weiß jetzt dass es ein super Gefühl ist, einmal die große Schwester einer Familie zu sei, aber wie nervig manchmal kleine Brüder sein können. Ich habe auch gelernt, dass ich doch gar nicht so untauglich in Sportarten bin wie ich immer gedacht habe und ich in Sportarten wie Cross Country und Basketball nur einfach viel besser aufgehoben bin als in langweiligen deutschen Sportarten. Und ich weiß jetzt, dass ich noch die ganze Welt kennen lernen will und am liebsten überall einmal für ein paar Monate leben möchte!
Grüße aus dem kalten, weißen Gladwin,
Lena!
Total krass das ich schon seit 4 Monaten hier bin. Auf der einen Seite kommt es mir kürzer vor, so als wenn ich erst vor 3-4 Wochen mein Zuhause in Deutschland verlassen habe, aber auf der anderen Seite fühle ich mich hier so wohl, als wenn ich schon seit Jahren hier wäre. Ich liebe es hier. Jede Woche merke ich mehr wie sehr die Steins einfach meine (zweite)Familie sind und ich kann nicht verstehen, dass ich gerade mal seit 4 Monaten zur Stein Family dazu gehöre. Das Landleben ist echt wahnsinnig easy und genial zugleich. In vielerlei Hinsicht. Du stehst morgens auf, suchst dir bequeme Anziehsachen raus, versuchst einen 9 Jährigen aufzuwecken (Nathan ist echt noch griesgrämiger als ich, wenn ich aufgeweckt werde!!), versuchst den blöden, unbequemen, gelben Schulbus zu bekommen der glücklicherweise direkt vor der Haustür hält, vertreibst dann die nervigen Junior Higher aus den High School sitzen ganz hinten im Bus, setzt sich dann ans Fenster, hörst im Schulbus meistens deutsche Musik, (damit ich wenigstens in der Hinsicht noch an Deutschland erinnert werde), versuchst die Nervensäge im Bus hinter mir zu ignorieren und versuchst eventuell noch mal kurz im Bus zu schlafen, da man ja im Schulbus keine Haltestelle verpassen kann. Nachdem man in der Schule angekommen ist, begrüßt man seine Freunde, die auch alle in Jogginghose und relaxe-Pulli gekleidet sind und geht zum kostenlosen Schulfrühstück. Der Unterricht beginnt um 8.27 Uhr und so hat man immer 27 Minuten Zeit seiner Schulbücher aus dem Schließfach zu holen, zu Frühstücken und eventuell noch schnell Hausaufgaben zu machen. In meiner ersten Stunde Psychology habe ich dann meinen Lieblingslehrer, den ich insgesamt dreimal am Tag habe. Man hat ja im amerikanischen Schulsystem jeden Tag dieselben Fächer. Da wir in Psychology meistens Filme über Schizophrenie oder andere interessante Sachen gucken, habe ich also in der ersten Stunde auch nochmal die Chance richtig wach zu werden. Dann habe ich Intervention Time, wo man die ersten 10 Minuten die News über das neuste aus Amerika sieht und dann versucht alle Hausaufgaben zu machen, die man am Tag davor nicht geschafft hat. Dann habe ich English, was mir mittlerweile so einfach fällt, wie in der deutschen Schule deutsch für mich war. Anschließend habe ich Algebra. Das ist eine Art von Mathe und ist einfach nur bescheuert. Ich bekomme es immer noch grade so hin ein B- in diesem Fach zu bekommen, weil in amerikanischen Schulen die Hausaufgaben gottseidank so viel zählen. Das heißt wenn ich größtenteils in Hsfg ein A bekomme und dafür im Test ein D schreibe habe ich trotzdem noch die Chance ein C oder B zu bekommen. Also easy haha! Dann habe ich Health. Eines der langweiligsten Fächer überhaupt. Ich nutze die Stunde immer nochmal für einen Mittagsschlaf oder um mein Buch zu lesen. Der Lehrer mag mich und solange ich kein E bei ihm bekomme ist es ihm glaub ich egal was ich mache. Dann habe ich Chemistry und ich bin immer noch überrascht wie es mein Lieblingslehrer geschafft hat mir da irgendwas beizubringen. Ich dachte immer ich sei zu doof für diese schrecklichen Formeln und Zeichnungen, aber er hat es echt geschafft mir alles beizubringen und ich stehe momentan auf einem B+ bei ihm. Bin ziemlich stolz auf mich, haha! Und dann habe ich als letztes mein Lieblingsfach Journalism. Das findet in einem der vielen PC Räumen statt und wir benutzen ein richtiges Newspaper Programm für unsere Schülerzeitung und unser Jahrbuch. Alles so professionell! Mein Journalismus Lehrer mag mich total gerne und auch wenn ich als deutsche immer noch Probleme mit der Grammatik habe, findet er alles was ich mache toll! Ich bin mir immernoch nicht sicher, ob ich wirklich was mit Schreiben im Beruf machen möchte, aber ich habe noch nie soviel über meine Zukunft nachgedacht wie hier in Amerika.
Ich bin ein Senior, also in der 12. High School Klasse, und die anderen aus meinem Jahrgang müssen sich jetzt alle für ein College anmelden und sich totale Gedanken machen. In Amerika ist es üblich nach der High School sich ein College zu suchen und somit schon mit 17 von zuhause quasi auszuziehen. Das ist hier sowasvon anders als in Deutschland. Da machen sich die meisten Abiturienten doch erst in der 10/11. Über ihre Zukunft Gedanken und ich weiß jetzt immernoch nicht was ich jetzt genau machen möchte und bin so froh, dass ich noch zwei Jahre mehr in Deutschland Schule habe. Ist das nicht komisch, dass ich hier mein „amerikanisches Abitur“ mache, was sie hier Graduation nennen und dann nochmal 2 Jahre zur Schule gehe um mein richtiges Abi zu machen? Meine Gasteltern sind auf jeden Fall der Meinung, dass es keinen Sinn macht und ich ja einfach nach der Graduation bei ihnen bleiben kann und zur Michigan-University gehen könnte. :D ´Aber das geht nicht, weil ich dieses Jahr nicht wirklich viel lerne, habe ich das Gefühl und ich dann doch ganz gerne nach zehn Monate euch wieder sehen möchte. Also (keine) Sorge, ich komme wieder! :P
Ich bin jetzt übrigens im Basketball Team und fühle mich jetzt total fame! Ich bin nicht wirklich gut und lerne jeden Tag was neues und meine Treffquote wird auch jeden Tag besser, aber da ich im Varsity Team bin, was bedeutet dass da die 12. Klässler und die besten aus den unteren Jahrgängen spielen, bin ich mit Abstand die schlechteste. Aber meine Trainerin liebt mich, hat sie am Telefon Erica erzählt, und so hab ich die Ehre mit den Besten Spielerinnen von Gladwin zu Trainieren. Basketball ist im Winter DER amerikanische Sport. Die Football Season ist vorbei und alle sind auf einmal Basketball Fans. Das bedeutet das ganze Dorf kommt und sieht sich die Basketballspiele der Gladwinboys und Girls an. Jede Woche ist ein Zeitungsartikel von uns drinnen und im ersten Artikel letzte Woche wurden alle Spieler von uns mit Foto und Namen vorgestellt. Beim Spiel gestern wurde ich also von allen möglichen Dorfbewohnern begrüßt und auf mein exchange Year und wie ich denn in das fame Gladwin Team gekommen bin, da ja der Coach sonst nie Austauschüler ins Team lässt angesprochen, obwohl ich sie noch nie im Leben vorher gesehen hatte. Als ich dann für die letzten Minuten des Spieles im Einsatz kam und der Stadionsprecher (Ja, wir Basketballspieler haben unseren eigenen Sprecher der immer unsere Namen raus brüllt und den Spielstand ansagt, wie bei einem richtigen Profi Spiel) meinen Namen ausgerufen hat, wurde dann von allen Seiten „LENA“ oder „NUMBER 24“gebrüllt, da hier keiner meinen Nachnamen aussprechen, geschweige denn schreiben kann! (Hagemann ist hier so, wie ein asiatischer Name in Deutschland!) Aber es ist echt cool, besonders weil alle sich immer voll freuen wenn ich dann mal einen Versuch mache in den Korb zu treffen oder auch nur den Ball gut passe („Good Job Lena, you´re awesome!“) :D
Außerdem ist bei jedem Spiel unsere Band anwesend. Ich hätte nie gedacht wie cool so eine Schulband sein kann. Die Band spielt immer die besten neuesten Lieder und danced dabei so richtig ab (Natürlich immer nur, wenn wir den Ball haben oder einen Korb werfen). Auf unserem vorletzten Spiel hatten wir sogar PomPon Girls. Die kommen jetzt aber nicht mehr, weil wir Basketballgirls uns angeblich über sie lustig gemacht haben. (Okay das angeblich ist überflüssig. Wir machen uns immer über sie lustig! :D) PomPon Girls sind Cheerleader, aber du darfst sie nicht Cheerleader nennen, weil die Armen dir dann entweder böse Blicke zuwerfen und du dir dann einen Vortrag über den Unterschied zwischen Cheers und PomPons anhören musst, oder sie gleich auf Kommando anfangen zu heulen. Also wenn man Probleme vermeiden möchte, nenne sie PonPom Girls, was auch immer der Unterschied sein mag. Außer den PomPon Girls selber scheint nämlich keiner den Unterschied zu kennen, haha!
Die andere deutsche Austauschschülerin von Gladwin ist im PonPom Team und sie ist so furchtbar anders als ich. Sie schreit wegen jeder Kleinigkeit rum, bekommt Heulkrämpfe wenn sie in Journalism nichts hinbekommt, tut ein auf Hilflos damit ihr alle helfen müssen und versucht mit jeder Kleinigkeit alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Aber warum erkläre ich das denn noch? Ich hab ja schon geschrieben, dass sie ein PomPon Girl ist! :D
Naja auf jeden Fall haben wir uns nicht wirklich viel zu sagen und gehen uns so gut wie möglich aus dem Weg. Naja okay genug über PomPon Girls.
Bei uns ist es übrigens grade 13F° Grad draußen, das sind so etwa -11 Celsius. Es ist soo furchtbar kalt und als ich dann auf Schneefrei gehofft hatte, meinte Erica, dass es zu KALT FÜR SCHNEE sei??! Ich habe noch nie gehört, dass es zu kalt für Schnee sein kann. Für mich war Schnee immer das kälteste was dem Himmel passieren kann. Aber da musste ich echt ne Enttäuschung hinnehmen. Also kein Schneefrei und wir mussten uns jeden Tag zur Schule quälen, weil es teilweise nur 6F° waren und man echt das Gefühl hatte nach nur 2 Schritten zu erfrieren. Aber die anderen sehen das garnicht so kalt wie ich. Warscheinlich weil sie das verdammt, kalte Winter Wetter jedes Jahr von November bis März haben. Wie ich immer so schön sage: „Michigan is always cold!“ Dafür soll es aber im Sommer richtig warm werden. Michigan ist verrückt. Ich meine entweder Alaska Wetter oder Hawaii Wetter, aber beides in einem Staat? :D
Naja ich denke das war jetzt auch mal wieder genug von mir! Ich wollte euch nur mal wieder schreiben und euch sagen, dass ich hier ziemlich glücklich bin. Ich habe noch nie soviel neues in nur so wenigen Monaten gelernt. Ich weiß jetzt, dass ich das Landleben /Cowboyleben liebe, ich aber auch nichts dagegen habe nächstes Jahr wieder Straßenbahnen und das Stadtleben um mich zu haben. Ich hab gemerkt wie man sich in der einen Minute furchtbar klein und Hilflos in neuen Situationen fühlt, aber wie schnell man anscheinend Situationen meistern kann wenn man nur will. Ich weiß jetzt dass es ein super Gefühl ist, einmal die große Schwester einer Familie zu sei, aber wie nervig manchmal kleine Brüder sein können. Ich habe auch gelernt, dass ich doch gar nicht so untauglich in Sportarten bin wie ich immer gedacht habe und ich in Sportarten wie Cross Country und Basketball nur einfach viel besser aufgehoben bin als in langweiligen deutschen Sportarten. Und ich weiß jetzt, dass ich noch die ganze Welt kennen lernen will und am liebsten überall einmal für ein paar Monate leben möchte!
Grüße aus dem kalten, weißen Gladwin,
Lena!






